Facial Slimming: ein schmales Gesicht dank Botox

  • Lesedauer ca. 5 - 6 min.
  • 24 Nov 2020
  • Behandlungen

Ein sehr kantiges, eckiges Gesicht wünschen sich insbesondere Frauen nicht. Stattdessen sind weiche Gesichtszüge gefragt, die das Gesicht freundlich und sympathisch erscheinen lassen. Um sie bei einem zu stark ausgeprägten Kaumuskel zu erreichen, ist keine aufwendige OP mit Veränderungen der Kieferknochen erforderlich. Mittels Facial-Slimming lässt sich ein schmaleres Gesicht erlangen – ohne OP. Dieser Eingriff wird auch als Masseterbehandlung bezeichnet, da dies der Kaumuskel ist, der für das zu kantige Gesicht verantwortlich ist. Ein Mediziner kann gezielt den Muskel Masseter mit Botulinumtoxin unterspritzen, um letztlich ein schmaleres Gesicht zu erzeugen.

Wieso ist der Masseter so stark ausgeprägt?

Der Masseter-Muskel zieht sich vom Ohr über den Oberkiefer bis zum Unterkiefer. Er wird auch Kaumuskel genannt, da er das Kauen ermöglicht. Bei manchen Menschen ist dieser Kaumuskel sehr ausgeprägt. Die Gründe dahinter können in der individuellen Genetik stecken. In einigen Fällen begründet sich der starke Masseter-Muskel in einer zu starken Aktivität des Muskels. Solch eine übermäßige Beanspruchung kann beispielsweise durch ein häufiges Kaugummikauen oder Zusammenpressen des Kiefers entstehen. Letzteres kann durchs Krafttraining oder ein Zähneknirschen auftreten. Wenn der Muskel sich aufgrund dessen stark ausbildet, kann er mit den Jahren zunehmen. Nimmt er zu, erscheint der Unterkiefer breiter. Das kann die Gesichtsformen erheblich beeinträchtigen, denn nicht jeder mag solch eine kantige Form.

Wie sieht ein Facial-Slimming mit Botox aus?

Eine Verschmälerung des Gesichts ist ganz ohne OP möglich. Das Mittel der Wahl ist dann Botox, welches auch zum Glätten von Falten dient. Dass der Wirkstoff sogar Gesichtspartien schmaler werden lassen kann, ist nicht vielen bekannt. Im Rahmen der Behandlung spritzt der Arzt das Mittel in den Masseter-Muskel. So wirkt es als Muskelrelaxans, welches den Muskel von Kontraktionen abhält. Damit entwickelt es eine ähnliche entspannende Wirkung wie bei der Faltenglättung. Letztlich baut der Muskel an Muskelkraft ab, sodass er schrumpft. Das reduziert optisch das Gesichtsvolumen. Die Gesichtszüge wirken sanfter. Die Wirkung tritt für gewöhnlich nach rund 14 Tagen ein. Es hält zwischen drei bis sechs Monaten. Bis dahin hat der Organismus das Muskelrelaxans wieder abgebaut.

M. Masseter

Der äußere Kaumuskel M. Masseter wird durch eine Injektion geschwächt. Das Gesicht wirkt schmaler und definierter.

Wie läuft das Facial Slimming im Detail ab?

Der behandelnde Arzt bespricht bei einem Beratungsgespräch alle Einzelheiten mit dem Patienten. Er klärt ihn über den Ablauf des minimal-invasiven Eingriffs auf und wie er sich darauf vorbereiten sollte. Darüber hinaus erläutert er ihm, was sich mit der Methode erreichen lässt und wo etwaige Grenzen sind. Wenn sich der Patienten für den Eingriff entschieden hat, kann die Behandlung ambulant durchgeführt werden.

Die Behandlung selbst ist kaum schmerzhaft. Bei Bedarf kann eine lokale Betäubungscreme aufgetragen werden. Der behandelnde Arzt desinfiziert die betroffenen Areale und bringt mit einer feinen Nadel das Muskelrelaxans in den Kaumuskel ein. Durch den Wirkstoff wird der Kaumuskel entspannt und bildet sich langsam wieder zurück. Die Kaufähigkeit wird nicht eingeschränkt.

Was ist vor und nach der Behandlung mit Botulinumtoxin am Kaumuskel zu beachten?

Die Gesichtsverschmälerung mit dem Muskelrelaxans ist sehr unkompliziert. Hat der Patient vorab bereits Botoxbehandlungen machen lassen, sollten diese zum Facial-Slimming einen Mindestabstand von 2-3 Wochen haben. Darüber hinaus sollte der Patient nicht stillen oder schwanger sein.

Am Tag der Behandlung sollte der Patient keinen Alkohol trinken und ungeschminkt sein. Eine Woche vorher darf er keine blutverdünnenden Medikamente wie Aspirin und Vitamin C sowie Vitamin E eingenommen haben. Gleiches zählt für Kortison und Antibiotika. Zwei Wochen vorher dürfen keine Zahnbehandlungen, Lasertherapien im Kieferbereich oder Impfungen stattgefunden haben. Zudem dürfen kein Infekt, kein Herpes und keine Erkältung vorliegen. Hat der Patient sechs Wochen vor der gewünschten Unterspritzung eine OP gehabt, sollte er dies dem Arzt mitteilen.

Nach der Behandlung gibt es ein paar Dinge zu beachten, die sich leicht realisieren lassen. So sollte der Patient für mindestens zwei Stunden nach dem Eingriff nicht rauchen. Auf Sport und Alkohol sollte für 48 Stunden verzichtet werden. Make-up darf erst am Folgetag aufgelegt werden. Für einen Zeitraum von einer Woche sollte der Patient sich nicht in der Sonne aufhalten. Auch Temperaturen unter 0 °C sowie sehr heiße Temperaturen wie bei Sauna- und Dampfbädern sind verboten. Diese Maßnahmen dienen ausschließlich der Sicherheit.

Welche Vorteile bietet die Masseter Behandlung?

Durch die Unterspritzung mit dem Muskelrelaxans zur Gesichtsverschmälerung zieht sich der Muskel fortan nicht mehr zusammen, wodurch er an Volumen verliert. Der Volumenverlust nimmt dem Gesicht die Breite. Somit kann sich der Patient, über ein schmaleres Gesicht freuen. Für diese weicheren Gesichtszüge ist keine OP erforderlich, weswegen Aufwand und Risiko auf Nebenwirkungen gering sind. Nach dem ambulanten Eingriff kann der Patient sofort nach Hause.

Neben den ästhetischen Vorzügen kann die Unterspritzung des Masseter-Muskels weitere positive Wirkungen haben. So kann das Muskelrelaxans Migräneattacken verhindern und ein Zähneknirschen verringern. Das begründet sich in der Entspannung des Kaumuskels.

Was kostet eine Masseter Behandlung?

Die Kosten für eine Masseter-Behandlung belaufen sich auf etwa 200 Euro. Sie können auch höher liegen, wenn der Arzt eine höhere Dosis an Muskelrelaxans braucht. Die Kosten für den Eingriff übernimmt die Krankenkasse zumeist nicht. Sollte er dazu dienen, Migräne oder Zähneknirschen zu behandeln, ist eine Kostenübernahme möglich.



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