Fett-weg-Spritze

  • Lesedauer ca. 4 - 5 min.
  • 21 Sep 2020
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  • Behandlungen

Wer kennt es nicht: Diese lästigen Pölsterchen an Hüfte, Arme oder Doppelkinn, die trotz gesunder Ernährung und Sport nicht verschwinden möchten.

Leider kann man sich im Zuge einer Diät nicht aussuchen, welche unbeliebten Fettdepots als Erstes abgebaut werden sollen. Bis vor einigen Jahren war die operative Fettabsaugung die einzige Möglichkeit, um diese Depots loszuwerden.

Durch Weiterentwicklung und neueste Technologie sind mittlerweile viele minimalinvasive Verfahren auf dem Markt! Neben Coolsculpting® und EMSCULPT® gibt es eine innovative Methode, die nicht nur schmerzfrei, sondern auch effektiv sein soll: die Fett-weg-Spritze.

Die Fett-weg-Spritze, auch bekannt als „Injektionslipolyse“, ist eine minimalinvasive Methode in der ästhetischen Medizin. Während bei der klassischen Fettabsaugung die Fettzellen entnommen werden, werden diese bei der Fett-weg-Spritze aufgelöst: Bestimmte Wirkstoffgemische sorgen dafür, dass sich Fettzellen in Folge einer entzündlichen Reaktion auflösen und unerwünschte Fettpölsterchen verschwinden.

Die Injektionslipolyse wird seit einigen Jahren in vielen Praxen und Kliniken angeboten. Mit gezielten Einstichen wird vom Arzt ein Wirkstoffgemisch aus Gallensäure-Salzen und Phosphatidylcholin (Lecithin aus der Sojabohne) in das betroffene Fettgewebe injiziert. Infolgedessen beginnt ein biochemischer Prozess: Die Hülle der Fettzelle wird aufgeweicht und die aufgelösten Fettzellen werden über die Lymphe abgebaut und vom Körper ausgeschieden.

Je nach Lokalisation und Fettgewebe sind bis zum Wunschergebnis in der Regel 1 bis 5 Behandlungen notwendig. Diese können mit einem Abstand von 2 bis 4 Wochen durchgeführt werden.

Die Behandlung mit der Fett-weg-Spritze dauert ca. 15 bis 30 Minuten und man ist sofort wieder gesellschaftsfähig. An den Einstichstellen können Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz entstehen, die in der Regel nach 1 bis 3 Tagen wieder verschwinden. Der Abbau der Fettzellen erfolgt nicht über Nacht und Patienten müssen sich in Geduld üben. Erste Ergebnisse sind meist nach 6 bis 8 Wochen sichtbar.

Fettabsaugung ade? Die Fett-weg-Spritze hat einen großen Anwendungsbereich und kann in einigen Fällen die operative Fettabsaugung ersetzen und bietet viele Vorteile:

  • keine Narkose
  • geringe Kosten
  • kurze Ausfallzeit
  • wenig Nebenwirkungen

Bei kleinen oder mittleren Fettdepots ist die Fett-weg-Spritze die perfekte Lösung, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen.

Die Injektionslipolyse sollte in Regionen zum Einsatz kommen, in denen sich Fettdepots unabhängig von Ernährung und Sport gebildet haben. Typische Einsatzgebiete für die Fett-weg-Spritze wären:

  • Doppelkinn                                                      
  • Oberarme
  • BH-Speckröllchen
  • Gynäkostomie (männliche Brust)
  • Fettpolster an Bauch und Hüfte
  • Reiterhosen
  • Oberschenkel
  • Knieinnenseite

Ein teurer und kurzfristiger Spaß? Im Vergleich zur Fettabsaugung fallen die Kosten für die Fett-weg-Spritze geringer aus. Je nach Körperstelle, Größe des Fettgewebes und der benötigten Wirkstoffmenge können Kosten zwischen 250 bis 600 Euro pro Behandlung entstehen.

Fettzellen, die sich einmal aufgelöst haben, bilden sich nicht wieder zurück. Das Ergebnis ist langfristig. Jedoch werden eine gesunde Ernährung und regelmäßiger Sport empfohlen. Die zurückgebliebenen Fettzellen können weiterhin um ein Vielfaches an Volumen zulegen und die störenden Fettdepots entstehen erneut.

Welche Nebenwirkungen können bei der Fett-weg-Spritze auftreten? Die Injektionslipolyse ist risikoarm und in der Regel läuft die Behandlung ohne Komplikationen ab. In manchen Fällen kann es zu diesen Nebenwirkungen kommen:

  • Rötungen und Schwellungen
  • Brennen und Juckreiz
  • Schwindel und Kreislaufprobleme
  • Schmerzen
  • Infektionen

Die meisten Komplikationen treten bei unsachgemäßer Anwendung auf. Nur durch eine gezielte Injektion gelangt der Wirkstoff in die richtige Gewebeschicht und kann sich dort entfalten. Patienten sollten auf jeden Fall einen erfahrenen Arzt aufsuchen, der diese Behandlung regelmäßig durchführt.



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