Fadenlifting

  • Lesedauer ca. 7 - 8 min.
  • 19 Okt 2020
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  • Behandlungen

Was ist ein Fadenlifting?

Hiermit ist eine innovative Methode mit Fäden gemeint, mit der sich erschlaffte Haut straffen lässt. Sie kommt komplett ohne Skalpell aus, weswegen keine Gefahr der Narbenbildung besteht. Mithilfe dieser Behandlungsmethode, die vor allem im Gesicht Einsatz findet, wirkt die Haut sofort glatter und damit jünger. Das Ergebnis ist natürlich und hält bis zu 1,5 Jahren.

Kurzübersicht:

Behandlungsdauerca 45 Minuten, je nach Region
TechnikSetzen von Fäden unter der Haut, mit einer sehr feinen Nadel
Materialspezielle, sich selbstauflösende Fäden
Schmerzengering – mittel
Behandlung & Betäubungambulant, lokale Betäubung möglich
Gesellschaftsfähigsofort
Kostenje nach  Region und Anzahl an Fäden ab 300 €
Haltbarkeit12- 18 Monate

Welche Fäden werden für die Behandlung genutzt?
Für Fadenliftings kommen ganz unterschiedliche Fäden zum Einsatz. Die PDO Fäden (Polydioxanon) haben sich rund um den Globus in der Chirurgie sehr bewährt. Sie haben den großen Vorteil, dass sie sich binnen sechs bis acht Monaten komplett auflösen. In Abhängigkeit vom Alter des Patienten, seiner Hautstruktur und dem angedachten Lifting-Effekt gibt es Mono- und Twinfäden, die glatt oder spiralförmig sind. Einige haben einen Widerhaken.

Die PDO Fäden setzt der Arzt mit einer extrem feinen Nadel unter die Haut. Auf diese Weise stimulieren sie die Kollagenproduktion und regen die Bildung des Bindgewebes neu an. Das strafft das Gewebe und ein Effekt von bis zu zwei Jahren ist möglich. Für erste feinste Knitterfältchen bis hin zu zarten Hautfalten oder einem anfänglichen Verlust der Hautelastizität eignen sich die unterschiedlichen PDO Fäden.

Wie die PDO Fäden sind auch die PLA (Polymilchsäure) biologisch komplett abbaubar. Sie weisen einen winzigen Kegel auf, der die Haut in erster Linie mechanisch strafft. Doch auch die Kollagenneubildung wird so aktiviert, weswegen eine körpereigne Straffung des Bindegewebes gegeben ist. Im Unterschied zu den PDO Fäden eignen sich die PLA Fäden für einen deutlicheren Lifting-Effekt. Sie finden daher gern Verwendung, wenn bereits ein mittelgradiger Verlust der Hautelastizität vorliegt.

Mit die ersten Fäden auf dem Markt waren die Aptos Fäden, die aus Polypropylen hergestellt werden. Ähnlich wie bei den PDO Fäden gibt es von ihnen verschiedene Formen und Längen. Aptos Fäden sind allerdings nicht resorbierbar. In der Vergangenheit lösten sie im Gegensatz zu PDO Fäden und PLA Fäden oft Nebenwirkungen aus. Deswegen hat die Medizin diese modernen Fädenarten entwickelt.

Einsatz von Fäden

Wie wird das Fadenlifting durchgeführt?
Hierbei handelt es sich um ein sehr schonendes Verfahren zur Straffung der Haut, welches ambulant und ohne OP stattfindet. Das Prinzip hinter den Fadenliftings ist sehr simpel: Der Patient erhält eine örtliche Betäubung. Nur in Ausnahmefällen und auf Wunsch des Patienten sind Vollnarkosen möglich. Einige Ärzte verwenden auch eine Lachgassedierung. Nach erfolgter Sedierung führt der Arzt einen Faden in das Fettgewebe der Unterhaut, was für den Patienten absolut schmerzfrei ist. Hierfür setzt er eine Micro-Nadel ein, die keine sichtbaren Spuren hinterlässt. Dank der speziellen Struktur verankert sich der Faden durch ein Ziehen und Spannen in dem erschlafften Hautgewebe. Im Rahmen dessen modelliert der Arzt die Haut so, wie der Patient es sich gewünscht hat. Dieser kann auch während der Behandlung Wünsche äußern, da er in der Regel nur eine örtliche Betäubung hat. Das ist ein großer Vorteil zu einer klassischen Operation.

Welche Techniken gibt es bei dieser Behandlung?
In Abhängigkeit von den verschiedenen Eigenschaften der Fäden existieren unterschiedliche Fadenlifting-Techniken. Besonders zwei Techniken finden sehr häufig Anwendung: das V-Lifting und das Ankerlifting.

Beim V-Lifting setzt der Arzt die PDO Fäden mithilfe von feinsten Hohlnadeln unter die Haut. Je nach Elastizitätsgrad der Haut können PDO Fäden mit oder ohne Widerhaken Verwendung finden. Für sehr feine Knitterfältchen eignen sich Fäden ohne Widerhaken. PDO Fäden mit Widerhaken dienen zur Glättung von kleineren Hautfalten.

Das Ankerlifting bedarf mehr Aufwand als das V-Lifting und hat einen stärkeren Lifting-Effekt. Für dieses kommen andere Fäden als beim V-Lifting zum Einsatz. Das Fadenende verwendet der Arzt für eine anatomische feste Struktur wie beispielsweise die Schläfensehne. Dann wir das andere Ende des Fadens in der zu straffenden Hautregion verankert. Daher kommt auch der Namen dieser Methode. Dank der festen Verankerung ist es möglich, das erschlaffte Hautgewebe in der gewünschten Zielregion deutlich zu straffen.

Bei welchen Indikationen bieten sich Fadenliftings an?
Fadenliftings eignen sich für einen breiten Patientenkreis aus Männern und Frauen, die sich eine straffere Haut wünschen. Es bietet sich an, sofern der Arzt einen klassischen Facelift noch nicht indiziert. Zudem eignet es sich für Personen, die einen unmittelbaren Lifting-Effekt ohne OP für ein jüngeres Aussehen haben möchten – ganz ohne Narben. Besonders wird es für eine Hautstraffung im Bereich Hals, Wangen, Augenbrauen und Mund verwendet.

Welche Effekte werden mit dem Fadenlifting erzielt?
Fadenliftings bieten die Möglichkeit, die natürliche Gesichtskontur ohne Skalpell wiederherzustellen. Teilweise lässt sich ein Straffen, Kontinuieren und Glätten auch für andere Körperzonen erreichen. Je nach Behandlungsbereich und Technik ist ein generelle Verbesserung der Oberflächenstruktur der Haut möglich. Darüber hinaus eignet sich die Behandlung für den Volumenaufbau, sodass beispielsweise die Wangenpartie nicht mehr so eingesunken wirkt und Augenbrauen für einen wacheren Blick aufgepolstert werden. Des Weiteren lassen sich mit Fadenliftings Falten ausbügeln und das Hautgewebe straffen.

FAQs

Wie lange dauert die Behandlung?
Je nach Behandlungsbereich beträgt die Behandlungsdauer zwischen 15 und 45 Minuten.

Für welche Körperzonen eignet es sich?
Fadenliftings eignen sich besonders gut für Gesicht und Hals: Vom Mittelgesicht über den Unterkiefer und Wangen sowie Wangenknochen bis hin zum Hals findet es erfolgreich Anwendung. Auch eine komplette Gesichtsstraffung ist möglich. Prinzipiell eignet sich die Methode ebenfalls für Körperzonen wie Brust, Oberschenkel und Oberarmen. Grundsätzlich können Männer und Frauen sie vornehmen lassen.

Was sind die Vorteile von Fadenliftings?
Es ist ein minimalinvasives Verfahren, was zu einer sofort gestrafften Haut führt. Das Ergebnis ist überaus natürlich und hält lange. Darüber hinaus profitiert der Patient von einer nachhaltigen Neokollagenese.

Wie viel wird ein Fadenlifting kosten?
Wie viel ein Fadenlifting kosten wird, hängt von diversen Faktoren ab: dem Arzt, der Klinik, den verwendeten Fäden und dem Ausmaß sowie der Dauer der Behandlung. Bei sehr kleinen Eingriffen belaufen sich die Fadenlifting Kosten auf 300 €. Im Durschnitt liegen sie jedoch bei 500 €. Größere Eingriffe können mehrere Tausend Euro kosten.

Verursacht das Fadenlifting Schmerzen?
Für die Behandlung kommt für gewöhnlich eine lokale Betäubung zum Einsatz. Aus diesem Grund treten bei einem Fadenlifting Schmerzen nicht auf. Nach der Behandlung kann das Fadenlifting Schmerzen in Form von Spannungsgefühlen aufgrund der Schwellung auslösen. In der Regel klingen diese Nebenwirkungen innerhalb von drei Tagen ab.

Kann der Patient allergisch auf die Fäden reagieren?
Das Risiko ist extrem minimal.

Sind die Fäden von außen sichtbar?
Nein, dass sind sie nicht.

Was ist direkt nach dem Lifting zu beachten?
Der Patient darf sofort nach Hause. Die Behandlung erfolgt ambulant. Der Behandlungsbereich ist leicht geschwollen, weswegen es zu Spannungsgefühlen kommen kann. Nach ein paar Tagen verschwinden dieses Gefühl samt der Schwellungen.

Ist eine Nachsorge erforderlich?
Die Nachsorge besteht aus einem vorübergehenden Verzicht auf Zahnarzt-, Kosmetiker- und Sonnenstudiobesuche. Darüber hinaus ist Vorsicht bei der Hautreinigung und beim Auftragen von Make-up angeraten. Es ist ratsam, für ein paar Tage auf dem Rücken zu schlafen.

Ist es möglich, die Behandlung mehrmals zu wiederholen?
Ja, das ist möglich. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass ab einem bestimmten Grad der Hautalterung kein nennenswerter Straffungseffekt mehr erreicht werden kann.

Lassen sich Fadenliftings mit einer regelmäßigen Faltenbehandlung mit Botox- oder Hyaluronsäure verbinden?
Das stellt kein Problem dar. Das Verfahren lässt sich hervorragend mit weiteren ästhetischen Maßnahmen wie Botox, Hyaluron-Filler oder Laser kombinieren. Sofern Botox zum Einsatz kommt, ist ein zeitlich versetztes Vorgehen ratsam. Im Rahmen dessen wird Botox injiziert und nach zwei Wochen erfolgt das Lifting mit den Fäden.



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