Faltenbehandlung

  • Lesedauer ca. 5 - 6 min.
  • 22 Sep 2020
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Falten sind etwas Natürliches. Sie kommen nicht von heute auf morgen, sondern langsam und schleichend. Je nach Lebensstil treten sie mit Anfang dreißig auf, in manchen Fällen schon mit Mitte zwanzig.


Häufig machen sie sich im Gesicht bemerkbar und später auch am Hals, Dekolleté und an den Händen. Verhindern können wir das nicht, aber durch eine gesunde Lebensweise und entsprechende Pflege dafür sorgen, dass sie sich nicht in tiefe Furchen ausweiten.

Über 30.000 Mal pro Tag bewegen wir unsere Gesichtsmuskeln und unsere Gesichtshaut ist am dünnsten und anfälligsten für den Alterungsprozess: Stützende Polster wie Kollagen und Elastin, Proteine und Hyaluronsäure werden abgebaut und das Gewebe bewegt sich – der Schwerkraft folgend – nach unten. Die Folgen sind Stirnfalten, Krähenfüße, Hängebäckchen und nicht selten ein Truthahnhals.

Wie man Falten vermeidet
Ein gesunder Lebensstil ist das A und O, um Falten vorzubeugen. Zwar beeinflussen zu 50% unsere Gene, wie schnell wir altern, aber die restlichen 50% hängen von uns ab. 

Nikotin, Schlafmangel, Stress, ungesunde Ernährung und UV-Strahlen beschleunigen die Faltenbildung enorm. Um dies zu vermeiden, sollten wir auf Zigaretten und Alkohol verzichten, ausreichend schlafen (bis zu 8 Stunden) und auf fettarme und vitaminreiche Lebensmittel setzen.

Dass stundenlanges Sonnen ohne UV-Schutz gefährlich ist, ist uns allen bereits bekannt. Deshalb ist eine Feuchtigkeitscreme mit ausreichendem UVA – Schutz unabdingbar. 

Trotz all der vorbeugenden Maßnahmen können die besten Anti-Falten-Cremes unsere privaten Sorgen, Stress auf der Arbeit und Schicksalsschläge nicht verhindern und uns einen Grund zum Stirnrunzeln und Grübeln geben. Unser Gesicht spiegelt unseren Seelenzustand wieder und ob wir wollen oder nicht: Bei Angst steht uns der Schweiß auf der Stirn und bei Scham erröten wir. Und früher oder später zeichnen sich die ersten Falten in unserem Gesicht ab. 

Die Zornesfalte macht sich zwischen den Augen bemerkbar, sogenannte Sorgenfalten verlaufen horizontal auf der Stirn, durch das Zusammenkneifen der Augen können sich seitlich Krähenfüße bilden und durch UV-Strahlen können feine Fältchen an den Lippen entstehen. 

Falten einfach wegcremen
Der Markt für Anti-Falten-Cremes boomt und tatsächlich können bei regelmäßiger Anwendung feine Fältchen “geglättet“ werden.

Gängige Wirkstoffe sind zum Beispiel Kollagen, Wasser bindende Hyaluronsäure, Retinol (Vitamin A), Vitamin C + E und Allantoin. Da alle Inhaltsstoffe eine andere Wirkung auf die Haut haben, sollte darauf geachtet werden, dass die Haut mit Feuchtigkeit versorgt wird, die Hautbarriere gestärkt und die Hautschicht aufgepolstert wird. Nicht zuletzt macht sich eine gute Creme dadurch bemerkbar, dass der Hersteller auf Parabene, Silikon, Konservierungsstoffe und Parfüm verzichtet hat. 

Neben Cremes können Falten oder sonnengeschädigte Regionen mit diversen Verfahren wie Laser, chemischen Peelings und Micro-Needling behandelt werden. Um herauszufinden, ob diese Behandlungen bei Ihnen in Frage kommen, sollten sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Entspannung und Entfaltung durch Injektionen
Zur Populärsten Behandlung von Falten gehören Botulinum – Injektionen. Durch gezieltes Einbringen wird die Impulsübertragung vom Nerv auf den Muskel unterbrochen. Die faltenbildenden Gesichtsmuskeln werden zeitweise lahmgelegt und somit entspannt. 

Botulinum, auch bekannt als Botox®, hat mittlerweile einen vielfältigen Anwendungsbereich. Neben Falten werden auch Migräne und starke Schweißbildung (zum Beispiel unter den Achseln, an den Händen und Füßen) mit Botox® behandelt. Des Weiteren gibt es Zulassungen für viele therapeutische Indikationen. Trotz kritischer Berichterstattung ist Botox® – in den Händen von erfahrenen Anwendern – ein absolut sicheres Medikament und es treten selten Komplikationen auf. 

Während Botulinum prophylaktisch zum Einsatz kommt, können tiefe Falten mit sogenannten Fillern geglättet werden. Kollagen, Hyaluronsäure und Eigenfett sind verschiedene Füllstoffe, die sich in den letzten Jahren bewährt haben. Alle drei sind natürliche Stoffe, die auch im Körper vorkommen.

Kollagen stützt das Gewebe, Hyaluronsäure bindet Wasser und befeuchtet die Haut und die Fettpolster im Gesicht lassen uns jünger und frischer aussehen. 

Kollagenfiller werden seit den 1980er Jahren eingesetzt und entsprechend gibt es hier die höchsten Erfahrungswerte. Jedoch sind diese tierischen Ursprungs und werden kaum noch eingesetzt. 

Hyaluronfiller erleben seit einigen Jahren einen regelrechten Boom. Von der Kosmetikindustrie wird die Hyaluronsäure schon lange als Bestandteil von Hautcremes eingesetzt. Die feuchtigkeitsbindende Zuckerverbindung kommt von Natur aus im Körper vor und sorgt für eine elastische, gut befeuchtete Haut und regt die Kollagenbildung an. Da wundert es nicht, dass Hyaluronfiller die Kollagenfiller verdrängt haben.

Quervernetzte Hyaluronsäure ist eine gelartige Flüssigkeit, die in verschiedenen Konzentrationen erhältlich ist. Je nach Indikation und Region hat der Arzt eine breite Auswahl an Optionen. Für feine Falten kann eine flüssige Hyaluronsäure eingesetzt werden, für Konturen an Wangen oder Jawline kommen volumengebende Hyaluronfiller zum Einsatz. Neueste Filler – Generationen, zum Beispiel Volux®, können Ergebnisse erzielen, die früher nur bei Gesichtsimplantaten möglich waren.

Neben der quervernetzten Hyaluronsäure gibt es auch die unvernetzte Hyaluronsäure. Diese wird großflächig in betroffene Hautareale eingebracht. In die Haut von Wangen, Lippen, Hals und Dekolleté injiziert, entfaltet sie umgehend biologische Aktivitäten: Das körpereigene Hyalurondepot wird aufgefüllt, die Bildung von Kollagen und Elastin stimuliert und feine Knitterfältchen (zum Beispiel Lippenfalten durch starkes Rauchen) werden verbessert. 

„Biolifting“, sprich Eigenfett, ist das natürlichste Material, um verloren gegangenes Volumen wiederherzustellen oder Falten zu unterspritzen. Die Komplikationsrate bei Eigenfettunterspritzungen ist sehr gering, jedoch die Fettentnahme (OP) sehr aufwendig. Doch der Aufwand lohnt sich. Im Vergleich zu Botox® und Hyaluronfillern kann der glättende Effekt Monate bis Jahre anhalten. Wer eine Fettabsaugung plant, kann auch eine sogenannte „Fettbank“ anlegen und bei Bedarf die benötigte Menge vom Arzt injizieren lassen. 



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